Piccolo
ZurückDas Restaurant Piccolo hat in der Rue du Cure 20 im historischen Luxemburger Stadtteil Ville-Haute eröffnet und bietet ein bemerkenswertes Doppelkonzept: einen Take-away- Bereich im Erdgeschoss und einen Speisesaal im Obergeschoss. Diese einzigartige Aufteilung ermöglicht es den Gästen, entweder vor Ort zu speisen oder sich schnell etwas zum Mitnehmen zu holen – eine Flexibilität, die im geschäftigen Stadtzentrum besonders geschätzt wird.
Das Lokal ist fester Bestandteil der italienischen Gastronomieszene und präsentiert sich als authentische Pizzeria mit einem sichtbaren Holzofen. Die Speisekarte bietet klassische italienische Gerichte: neapolitanische Pizzen, frische Pasta, Antipasti zum Teilen sowie Spezialitäten wie Spaghetti mit Trüffeln und Gnocchi mit Käse. Die von Stammgästen am häufigsten empfohlenen Pizzen sind die Margherita, die Vier-Früchte-Pizza, die Diavola und die Hauspizza „Come“, die das Können von Pizzabäcker Francesco unter Beweis stellt, der in Kritiken häufig als wahrer Botschafter des neapolitanischen Teigs gelobt wird.
Die Inneneinrichtung besticht durch schlichte Eleganz. Ein Zimmer im Obergeschoss ist dank der Fenster zur Straße lichtdurchflutet. Einige Pflanzen sorgen für eine beruhigende Atmosphäre, fast wie eine Oase der Ruhe inmitten des Großstadttrubels. Auf der Terrasse lässt es sich sonnige Tage genießen, allerdings ist sie nicht sehr groß, sodass man zu Stoßzeiten oft etwas Geduld braucht, um einen Platz zu ergattern.
Im Restaurant kann die Erfahrung von Gast zu Gast stark variieren. Einige Gäste loben den aufmerksamen, schnellen und freundlichen Service und heben Mitarbeiter wie Sara, Samy, Rosangela und Simone hervor, die mehrere Sprachen beherrschen (Französisch, Englisch, Italienisch und Deutsch). Andere hingegen berichten von mitunter ruppigem Verhalten, übermäßigen Wartezeiten – bis zu einer Stunde für einfache Gerichte – und eklatanter Koordinationslosigkeit, wenn das Restaurant voll ist. Der Service scheint unter der Unerfahrenheit einiger Kellner zu leiden, was vergessene Bestellungen oder das gleichzeitige Servieren von Antipasti und Hauptgerichten erklären könnte.
Die Qualität der italienischen Küche selbst wird unterschiedlich bewertet. Viele Gäste beschreiben die Pizzen als „genau wie in Italien“ – mit einem leichten, knusprigen und reichlich belegten Boden, cremiger Pasta Carbonara, weichen Gnocchi und einer reichhaltigen Auswahl an Antipasti. Demgegenüber bemängeln einige Bewertungen überbackene, teils sogar verbrannte Pizzen mit zu festem Boden, fade Soßen oder gar kalt servierte Gerichte. Auch Lieferdienste wie Wolt verschonen nicht vor dieser Kritik: Manche Kunden erhalten verbrannte Pizzen. Das Tiramisu, lange Zeit eine Spezialität des Hauses, scheint seit einem Besitzerwechsel an Reiz verloren zu haben; manche bezeichnen es nun als „verkappten Käsekuchen“.
Einer der meistdiskutierten Punkte betrifft die Preisgestaltung. In Luxemburg, wo die Preise generell hoch sind, positioniert sich das Piccolo im mittleren Preissegment (Preisstufe 2), was viele als angemessen empfinden. Einige Gäste finden jedoch, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis gesunken ist, insbesondere aufgrund des Preises für Weingläser (um die 11 €) und manchermaßen hoher Rechnungen für ihrer Meinung nach bescheidene Portionen. So kann beispielsweise eine Margherita-Pizza mit Ei und Oliven 24 € kosten, was zwar im Stadtzentrum üblich ist, aber dennoch erwähnenswert.
Das Angebot wird durch eine Cafeteria zum Mitnehmen ergänzt, die sich an Kunden mit wenig Zeit richtet: Belegte Sandwiches, frische Salate und Antipasti zum Selbstzusammenstellen ermöglichen eine schnelle Mahlzeit, die man im Büro oder beim Bummel durch die kopfsteingepflasterten Gassen der Altstadt genießen kann. Die Happy Hour unter der Woche (von 16 bis 18 Uhr) mit kostenlosen Snacks ist ein weiterer Anreiz und sorgt für eine treue Stammkundschaft aus Einheimischen und Berufstätigen.
Hygiene ist ein weiterer wiederkehrender Kritikpunkt. In einigen Bewertungen wird erwähnt, dass die Tische bei Ankunft der Gäste nicht gereinigt wurden, die Toiletten in schlechtem Zustand sind und, schwerwiegender, vereinzelt Verdauungsbeschwerden nach dem Verzehr von Carbonara oder Fleischbällchen aufgetreten sind. Diese Vorfälle sind zwar selten, sollten aber von zukünftigen Gästen berücksichtigt werden. Das Restaurant scheint auf einige dieser Rückmeldungen reagiert zu haben, da die Mitarbeiter auf Bewertungsplattformen im Allgemeinen hilfsbereit wirken.
Praktischerweise empfängt das Lokal Gäste von Montag bis Sonntag mit verlängerten Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch von 11:30 bis 21:30 Uhr, Donnerstag und Freitag bis 22:00 Uhr und Samstag bis 23:00 Uhr. Sonntags schließen Café und Restaurant um 21:30 Uhr. Reservierungen sind möglich und insbesondere zum Abendessen während der Stoßzeiten sogar empfehlenswert.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Piccolo eine attraktive Option für alle ist, die in Luxemburgs historischer Altstadt eine Pizzeria entdecken möchten, ohne dabei ein Vermögen auszugeben. Liebhaber authentischer italienischer Küche kommen hier voll auf ihre Kosten, vorausgesetzt, sie entscheiden sich für die Spezialitäten des Hauses und wählen die Nebenzeiten, um Wartezeiten zu vermeiden. Für ein optimales Erlebnis empfiehlt es sich, wochentags mittags zu essen, den Empfehlungen des Personals zu folgen und zu beachten, dass die Dessertauswahl etwas begrenzt ist. An geschäftigen Tagen ist Essen zum Mitnehmen eine gute Alternative, solange man direkt am Tresen und nicht über Apps von Drittanbietern bestellt, um Risiken zu minimieren.